Arvostelut

 

IL TRIONFO DEL TEMPO E DEL DISINGANNO
8.6.2018 Pyhän Sebaldin kirkko, Nürnberg, Internationale Orgelwoche Nürnberg
Händel
Maria Erlacher, sopraano (La bellezza)
Maria Ladurner, sopraano (Il piacere)
Marian Dijkhuizen, altto (Il disinganno)
Nino Aurelio Gmünder, tenori (Il tempo)
Suomalainen barokkiorkesteri
Georg Kallweit ja Petteri Pitko, musiikin johto
Ilka Seifert ja Folkert Uhde, konsepti ja ohjaus
Jörg Bittner, valaistus

In der atmosphärisch beleuchtenden Sebalduskirche entfalten Hits wie "Crede i'uom ch'egli riposi" und (natürlich!) "Lascia la spina" eine ganz eigene, kontemplative Zauberkraft, mit deren Hilfe die timbre- und charaktermäßig ideal zusammengesetzten Stimmen des Gesangsquartetts (Maria Erlacher, Maria Ladurner, Marian Dijkhuizen und Nino Aurelio Gmünder) ganz leicht und frei durch den Raum schweben können. Das gilt auch für die wunderschönen, abgeklärt vor sich hinströmenden Oboen- und Geigensoli, die Händel seinem Jugendwerk so großzügig spendiert hat. Der Nachhall des mittelalterlichen Kirchenraums tut sein Übriges, um die Betörung komplett zu machen, wirkt sich allerdings nicht gerade vorteilhaft auf die flotteren Instrumentalpassagen aus. Hier muss man ein bisschen Musikbrei in Kauf nehmen - von dessen Entstehung das erstmals bei der Orgelwoche gastierende Finnish Baroque Orchestra jedoch freizusprechen ist. Einen feineren und federnderen instrumentalen Untergrund könnte man den Solisten kaum bieten, als es das Ensemble aus Helsinki tut.

Süddeutsche Zeitung / Stephan Schwarz-Peters, 10.6.2018

FiBO & AMANDINE
20.5.2018 Dreieinigkeitskirche, Regensburg, Tage Alter Musik Regensburg
Leclair–Muffat–Telemann
Amandine Beyer, viulu ja liidaus
Suomalainen barokkiorkesteri

Stargeigerin des Originalklangs
Immerhin, nach Regensburg kommen die Stars der Alten Musik. Und dort bekommen sie die Anerkennung, die sie verdienen. Die Geigerin Amandine Beyer etwa, die mit dem Finnish Baroque Orchestra in der Dreieinigkeitskirche einen Abend mit Orchestermusik und Violinkonzerten von Muffat, Telemann und Jean Marie Leclair gestaltete. Beyer ist die Stargeigerin des Originalklangs, furchtlos, unerschütterlich virtuos beherrscht sie ihr Instrument und entlockt ihm das ganze Spektrum seiner Klänge. In jedem Stil scheint sie zu Hause zu sein. Ebenso in Regensburg, wo sie schon oft zu hören war. Das Finnish Baroque Orchestra ist für sie ein idealer Partner. Das Ensemble aus Helsinki gibt es seit 25 Jahren. Es hat sich in dieser Zeit zu einem geschmeidigen Klangkörper ganz ähnlich dem Freiburger Barockorchester entwickelt. Reaktionsschnell, charaktervoll, mit homogenem und klar definiertem Klang.
Es spricht für das Selbstverständnis dieses Orchesters, dass es mit einem Barock-Programm in Regensburg auftrat und in Suiten und Violinkonzerten von Telemann und Jean Marie Leclair seiner Solistin Beyer den Raum für die Entfaltung ihrer stupenden Virtuosität, ihres untrüglichen Geschmacks gab. Aber ehrlich: Mit diesen Musikern, hätte ich mir nichts lieber gewünscht als eines der Violinkonzerte von Mozart. Es sind Musiker mit dem Können und wie diese, die Mozarts Musik zu ihrer ganzen Wirkung bringen können. Gut, Frieden: in München gibt es die Reihe der Akademie für Alte Musik Berlin, die uns diesen Standard zum Glück immer wieder vor Ohren führt.

KlassikInfo.de / Laszlo Molnar 5/2008

Instrumentales auf hohem Niveau war heuer unter anderem vom zupackend musizierenden Finnish Baroque Orchestra zu hören. Amandine Beyer animierte das groß besetzte Ensemble vom ersten Geigenpult aus zu spritzigen Darbietungen Muffats und Telemanns („Hamburger Ebb’ und Fluth“) und  überzeugte als Solistin in einem Konzert Jean-Marie Leclairs. In der Suite aus „Scylla et Glaucus“ präsentierten die Finnen den Franzosen überraschenderweise als einen Komponisten, der es in Sachen Farben- und Einfallsreichtum beinahe mit Rameau aufnehmen kann.

nmz – neue musikzeitung / Juan Martin Koch 22.5.2018